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Schnittstelle Wissenschaft und Kunst bei Pulsationen

Schnittstelle Wissenschaft und Kunst bei Pulsationen

Polarisationsoptisches Muster : Sabine Grupe, Foto : Christina Lag-Schroeckenstein

Polarisationsoptisches Muster : Sabine Grupe, Foto : Christina Lag-Schroeckenstein

Das spannende bei interdisziplinären Kunstprojekten ist, dass man automatisch mit Bereichen auseinandersetzt, mit denen man sich vielleicht ansonsten gar nicht beschäftigen würde. Heute habe ich über Phyllosilikate, also Schichtsilikate nachgelesen, die Sabine Grupe bei unserem Projekt „Pulsationen“ gekonnt am Dia selber einsetzt. Unsere Fotoshooting hat letztens bis 1.00 in der Nacht gedauert, denn es muss ja dunkel sein, um die polarisationsoptischen Muster abzufotografieren. Ein Bild aus „Phyllosilikate“ möchte ich Euch nicht vorenthalten und auch nicht meine kurze Erkundigungstour von Schichtsilikaten.

Silikatschicht des Muskovit (Blickrichtung 30° aus der Senkrechten gekippt): Darstellung der Atome links (rot: Si, blau: O) und der sich daraus ergebenden
Silikattetraeder (rechts).

Als Schichtsilikate (Blattsilikate, Phyllosilikate) bezeichnet man Silikate, deren Silikatanionen aus Schichten eckenverknüpfter SiO4Tetraeder bestehen. Diese Schichten oder Doppelschichten sind untereinander nicht über weitere Si-O-Bindungen zu Gerüsten verknüpft.[1]

Zu dieser Abteilung der Silikate zählen bedeutende Gruppen gesteinsbildender Minerale wie z. B. die Glimmergruppe, Chloritgruppe, Kaolin und Serpentingruppe.[2][3][4] Die technisch wichtigen und in Sedimentgesteinen verbreiteten Tonminerale sind ebenfalls Schichtsilikate.

Der schichtartige Aufbau dieser Minerale bestimmt Form und Eigenschaften der Kristalle. Sie sind meist tafelig bis blättrig mit guter bis perfekter Spaltbarkeit parallel zu den Schichten. Die Zähligkeit der Ringe, aus denen sich die Silikatschichten zusammensetzen, bestimmt oft die Symmetrie und Form der Kristalle. Apophyllit (Schichten aus Viererringen) ist tetragonal und bildet vierseitige tafelige bis prismatische Kristalle. Die Minerale der Glimmergruppe (Silikatschichten aus Sechserringen) bilden tafelige bis blättrige Kristalle mit pseudohexagonaler Symmetrie. Die gute Translationsfähigkeit entlang der Schichten bedingt die starke Verformbarkeit der Schichtsilikate.[5] Zwischen den Schichten können H2O-Moleküle und große Kationen eingelagert werden. Schichtsilikate sind oft quellfähig und mit ihrer Kationenaustauschkapazität wichtig für die Fruchtbarkeit von Böden.

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